Proton

 

 

EDGES AND CONTRAST

 

Dienstag 24. Mai 2016, 20.00 Uhr

Kleintheater Luzern

 

Die Werke des Komponisten Stefan Prins, mit dem das Ensemble Nikel eine langjährige Zusammenarbeit verbindet, werden den Klangwelten von Thurley und Sánchez-Verdú gegenüber gestellt. Prins beschäftigt sich mit dem wachsenden Einfluss der Technologie auf unsere Körper. In dieser neuen Welt ist ein Quartett auch nicht länger (nur) eine Gruppe von vier Spielern, sondern es ist eine Gruppe von «Phantomen», die in Form von Computern, Elektronik oder Video-Technik zum Leben erweckt werden.

 

Stefan Prins (*1979): «Flesh+Prosthesis #0–2» (2013–2014)
Oliver Thurley (*1988): «whose veil remains inscrutable» (2014) Stefan Prins: «Piano Hero #1» (2012)
José María Sánchez-Verdú (*1968): «Oxide» (2011)
Stefan Prins: «Fremdkörper #2» (2010)

 

Patrick Stadler, Saxophon
Yaron Deutsch, E-Gitarre
Brian Archinal, Schlagzeug
Antoine Françoise, Klavier
Alfred Reiter, Elektronik

 

Stefan Prins, 1979 in Belgien geboren, absolvierte zunächst ein Ausbildungen (Musiktechnologie, Sonologie, Kultur- und Technologiephilosophie) anschlossen. 2011 nahm er ein Ph.D.-Studium in Komposition an der Harvard University bei Chaya Czernowin auf. Seine Stücke erlangten große internationale Erfolge, werden von führenden Interpreten und Orchestern aufgeführt und wurden vielfach prämiert, jüngst mit dem Young Composers Award der ISCM World Music Days (2014) oder dem Kranichsteiner Musikpreis (2010). Die Royal Flemish Academy of Belgium for Science and the Arts ernannte ihn in diesem Jahr zum Laureaten. Besonders eng arbeitet er mit dem belgischen Nadar Ensemble zusammen und war Mitbegründer des collectief reFLEXible, das auf Improvisation und multidisziplinäre Aufführungen spezialisiert ist.

 

Ensemble Nikel ist ein Quartett, das sich aus Saxophon, E-Gitarre, Schlagzeug und Klavier zusammensetzt. Diese Instrumente, die zumeist im 20. Jahrhundert entstanden, kommen hier zusammen um eine Art von neuer Kammermusik zu produzieren. Die elektrischen und akustischen Klänge werden dabei zu einem einheitlichen Organismus verschmolzen, der nicht nur verschiedene Ursprünge von mechanischen Wellen verknüpft, sondern auch ästhetische Vorurteile und scheinbar gegensätzliche musikalische Genres.

 

Zu den KomponIstinnen, die für das Ensemble geschrieben haben, finden sich Raphaël Cendo, Chaya Czernowin, Clemens Gadenstaetter, Michael Wertmüller, Philippe Hurel, Eduardo Moguillansky, Marco Momi, Helmut Oehring, Stefan Prins, Jose Maria Sanchez Verdu, u.a. Gegründet wurde das Ensemble im Jahr 2007 von Yaron Deutsch und Gan Lev und ist seitdem ein häufiger Gast unter anderem bei renommierten Festivals wie Wien Modern, Donaueschinger Musiktage, Ultraschall (Berlin), Bang on a Can (New York), Internationalen Ferienkursen für Neue Musik Darmstadt, ArsMusica (Brüssel), Klangspuren Schwaz und Warschauer Herbst.